Dienstag, November 21, 2017

Lessons Learned

Ich glaube nie wieder einem Navigationssystem ausser Google Maps. Das auf "Fastest Way" eingestellte Navi des Mietautos wollte, glaube ich, unten rum um den ganzen Stiefel fahren und auch, als sich unsere (well, Google Maps und seine) Route kurz vor dem Ziel wieder trafen, wollte es uns immer noch über kleine serpetinenlastige Feldwege führen. Aber immerhin haben wir unserem Arbeitgeber ca 23.80€ an Mautgebühren gespart, viel Adrenalin produziert und gelernt, dass doppelte durchgezogenen Linien in Süditalien nur als Anhaltspunkt und keineswegs als verpflichtend angesehen werden.


Der Unterschied zwischen dem Besuch mit Businessmenschen dabei und allein zwischen Produktionsleuten ist: es gibt in letzteren Falle eine Begrüssungsumarmung mit Bussibussi, dann geht es direkt aus dem Auto nicht in ein Restaurant oder zu einer Vorstellungsrunde, sondern direkt in den Betrieb zum steckengebliebenen Rührer. Mein Lateinlehrer ware stolz auf mich, wie ich den nur italienisch sprechenden Schichtleiter 15 Grad extra für die Mantelheizung rausgeschwatzt habe... Ansonsten waren wir ohne unseren normalen Kontaktmann (desse neues, deutsches Dieselauto kaput war und er deshalb indisponiert) dann doch etwas lost in translation.


"So, the agitator is stuck. How far below the first set of blades is the second set?"
"Second set? No second set"
"Hm, as we are able to see the first set of blades above the surface, the stirrer can't be stuck, if there is no second one. But... it is stuck, you said?"
"Yes."
"..."
"..."
"..."
"Look, here, this reactor looks the same, here you can see the stirrer"
"But it has a second set of blades."
"Yes, of course."
"..."


Nun ja. Um acht und damit 10.5 Stunden nach der letzten Mahlzeit war alles gerettet :-), ich kutschierte uns zurück in die Hotelgarage und um neun sassen wir ganz für uns in einem Restaurant mit einer Playlist direkt aus den frühen 90ern. Wegen Fischallergie eines Kollegen übrigens ganz ohne rohen, gekochten gebratenen, lebendigen Fisch :-).


Für italienische Verhältnisse waren wir unglaublich schnell fertig mit Essen und so lag ich um halb 12 im Bett. Und wenn ich schon in Hotelbetten nicht gut schlafen kann, ist es doch ziemlich schön, zu Meeresrauschen nicht zu schlafen.


Heute dann: 12 Stunden im Betrieb, viel Warten, Toluol durch strenge Blicke zum Kochen bringen, mich innerlich ganz ruhig drüber freuen, dass ich das kann, dass ich das mag und dass meine ursprüngliche Angst, als blonde Frau vielleicht von den süditalienischen Herren des zum Teil durchaus rustikaleren Schlags nicht ernst genommen zu werden, sich im Lauf des Projekts als total unbegründet herausgestellt hat und dass das nienienie auch nur unterschwellig ein Thema war.


Es gab einiges an "Mamma mia" und sogar "Dio mio", aber letzten  Endes sind wir da, wo wir hinwollten. Es wird und über der allerersten Pizza (ich bin seit über einem Jahr in diesem Italienprojekt und es gab NIE Pizza) mit den irischen Kollegen haben wir beschlossen, dass wir morgen darauf drücken werden, dass jetzt noch ein Zahn zugelegt wird.
Soviel zu meinem Plan, zwischen Arbeit und Essen doch vielleicht mal im Städtchen bummeln zu gehen..... das werde ich wohl auf den Flughafen in Rom verschieben müssen.

Montag, November 20, 2017

Deep Dive

Heute um 3:43h bin ich aus einem sehr intensiven Traum aufgewacht.
Ich war auf einer Art .... Workshop, wo man verschiedene Aktivitäten erlernen konnte oder einfach auch nur machen konnte, wie in so einer Art Abenteuercamp.
Ich hatte mir etwas herausgesucht, wovor ich ziemlich Angst hatte, von dem ich aber wusste, dass es, wenn ich es den könnte, mir unglaubliche Freude bereiten würde. Und zwar war das eine Art Sprungbrett mit Trampolin am Ende am Rand einer Schlucht, von dem man mit Schwung runterspringen würde und dann in perfekt gestreckter Flughaltung in den Abgrund gleiten würde (nix Wingsuit oder Fallschirm oder so, einfach nur so). 17m.
Ich hatte deswegen Schiss, weil ich bei Sprunbrettern immer Angst habe, schon seitlich runter zu plumpsen, bevor ich vorne angekommen bin, und weil ich mich daran erinner(t)e, wie ich mir beim Trampolinspringen seinerzeit bei einer ähnlichen Aktion zwei Wirbefortsätze angebrochen habe.
Ich wollte es aber unbedingt lernen (bzw. können, das sind ja genaugenommen zwei unterschiedliche Dinge), weil ich mich daran erinner(t)e, dass das Gefühl beim Anflug beim 3/4-Salto vorwärts beim Trampolinspringen zu den schönsten Erfahrungen gehört, die ich in meinem Leben so gemacht habe. (und die Wirbel habe ich mir beim 1 3/4-Salto angebrochen und nur, weil ich die Augen zugemacht habe).
Also liess ich mir von dem Sprung-Guide (der noch dazu aussah wie Jon Snow) alles erklären (ja, ich fand es schon seltsam, dass es keine Sicherung gab, und niemand sagte "Keine Sorge, es kann nicht passieren", sondern: "Wenn Du zu früh einknickst, dann rauschst Du mit 80km/h Kopf voraus nach unten, das ist dann nicht gut".


Ich bin, untypisch für so einen Traum, nicht in der Zehntelsekunde nach dem Absprung aufgewacht, sondern (danke, Katze) während ich noch ein letztes Mal alle Instruktionen durchging.
Erst war ich ein wenig enttäuscht, dass ich das Fluggefühl nun nicht mit in den heutigen Tag nehmen können würde, dann aber fiel mir ein, dass Jon Snow nie explizit erklärt hatte, ob unten nun Wasser oder eine Matte oder ein Trampolin war und das ist ja für die Art des Auftreffens essentiell. Niemand will (mit 80km/h) Kopf voraus auf den Boden oder ein Trampolin knallen, aber eingeklappt auf dem Rücken möchte man nicht auf dem Wasser landen.
Insofern: nicht das Schlechteste, dass ich aufgewacht bin.


Und nein, Sie brauchen sich nicht als Hobbtraumdeuter anbieten, das ist ja nicht sonderlich schwer in dem Fall (nachdem ich gestern im Traum schon Zug und Flugzeug verpasst habe und das Mietauto ... verloren habe).

Sonntag, November 19, 2017

Ein fauler Sonntag in der Familie-Brüllen-Version

Faule Sonntag sind ja so ein bisschen unsere Endgegner hier. Jeder freut sich drauf, jeder hat in seinem Kopf Pläne, was man alles (nicht) machen möchte, dann fängt man unendlich gemütlich an und sandelt hier, sandelt da und zack ist Abend und die Enttäuschung gross, weil man doch noch Mario spielen, Mittagsschläfchen machen, ein, zwei Bücher lesen wollte und es ist noch nicht mal der Kinderzimmerboden aufgeräumt.
Das ist ja nun das denkbar schlechteste Ende für ein eigentlich entspanntes Wochenende und ein sehr blöder Start in eine wie immer vollgepackte Woche.

Und so haben wir letzte Woche (oder vorletzte Woche?) damit angefangen, beim Sonntagsfrühstück eine Liste zu machen, wer was machen möchte, wie viel Zeit das braucht, was man gleichzeitig machen kann, wann man was spätestens anfangen muss, damit um (hard stop aus Gründen) 19:00h das Abendessen auf dem Tisch steht und um 20:00h die U20 Mannschaft im Bett ist (gerne noch wach mit Buch, aber eben.).

Das klingt jetzt nach einem MS-Project-Masterplan, aber noch (und, liebe Familie, wenn das irgendwann nicht mehr reicht, dann können wir das beliebig formalisieren!) reichen zwei Zettel mit Notizen und jeder weiss, was gemeint ist.



Ich weiss nicht, ob alle so viel Befriedigung draus ziehen, erledigte Punkte abzuhaken und die "To Dos", so angenehm sie grösstenteils auch sein mögen, schwinden zu sehen, wie ich, aber was solls... 
Ich sitze im Onesie frisch geduscht mit immerhin schon ablackierten Nägeln nach einem ausgiebigen Saunanachmittag vor dem Computer, die Koffer und Schultaschen für morgen sind gepackt, die Wäschekörbe leer, das Fotobuch so weit, wie es halt sein kann (Januar bis Oktober ganz fertig, November halb), die Essensliste für die Party und die Backliste für die Plätzchen steht, die Kinder kuscheln auf dem Sofa vor den letzten 30 Minuten "Harry Potter und der Halbblutprinz" (es gilt immer noch die Regel: Wer das Buch gelesen hat, darf den Film schauen. Als nächstes plant Q. übrigens "Ein Lied von Eis und Feuer" zu lesen und es könnte sein, dass ich qua Elternveto diese Regel dann einfach kippe.), der Hübsche ist seine tausend Kilometer gerannt und gleich werden wir gemeinsam Moules frites produzieren.

Das war ein ganz, ganz tolles Wochenende. (Habe ich erwähnt, dass es gar nicht soooo doof war, das daheim und nicht bei Regen in Süditalien pendelnd zwischen Hotel und Produktionsbetrieb zu verbringen? Morgen hört da nämlich der Regen auf.)

Samstag, November 18, 2017

This time of the year

Morgens von Kaffee ans Bett geweckt worden. Ein bisschen früh, ich hätte tatsächlich noch länger als bis halb neun schlafen können --ich habe einiges aufzuholen und schlafe meist so schlecht, dass ... nun ja--, aber das Fitdingsi vom Hübschen befand, er hätte lang genug geschlafen und mal ehrlich? zu Kaffee sage ich nie nein.


Little L. war (wie immer) schon lange wach. Er sass unten auf dem Sofa mit seinem Kindle und las und las und las (gestern abend war kurz vor "Kind, jetzt ist Schlafenszeit und zwar wirklich und in echt!" Dumbledore getötet worden, deshalb musste er schnellstens wieder aufstehen und Band 6 fertig- und Band 7 (beides Affiliatelinks) anlesen).



Nach dem obligatorischen ausgiebigen Samstagsfrühstück packten Little L. und ich das Geburtstagsgeschenk für den Kindergeburtstag ein, er suchte sich aus unserem Fundus eine Karte aus (er hat eine mit ganz niedlichen Hunden und Katzen gewählt von der Schweizer MS Gesellschaft, ich musste direkt an Katarina denken) und schrieb sie ganz pragmatisch mit Bleistift, weil der grade da war.


Danach packten wir uns warm ein, incl Gummi- oder Winterstiefel und Arbeitshandschuhe und erledigten zusammen die herbstlichen zwei Stunden Gartenarbeit, die unser handtuchgrosser Reihenhausgarten pro Jahr erfordert. Wir haben also mit mehr Elan als Sachkenntnis die Rosenbüsche zusammengeschnitten, die vertrockneten Stauden und Kräuter aus den Beeten entfernt und insgesamt drei Ladungen Grünschnitt zur Mulde gebracht (wie so Vorstadthipster btw auf dem Longboard). Im Frühjahr braucht der Garten nochmal zwei Stunden Pflege, das ist alles und das ist auch gerade so viel, dass es Spass macht und nie mühsam wird.
Die noch schönen Salbei- und Rosmarinabschnitte habe ich total lifestylemässig in der Küche aufgehängt. Mit grauweisser Wurstkordel. Als nächstes wächst mir vermutlich ein Mediakit :-).




Zerkratzt und ausgekühlt teilten wir uns auf: der Hübsche ging mit Q. in den Baumarkt, er möchte nämlich einen Gehörschutz für die Schule (je nachdem gibt es die zur freien Bedienung, in seiner aktuellen Klasse aber halt nicht.), ich bracht Little L. zu der Kindergeburtstagsfeier.


Wieder daheim gab es für die verbliebenen drei erstmal die Reste vom Freitagskuchen, dann machte ich mich (es ist absolut die Jahreszeit dafür) daran, einen grossen Top Skifahrsuppe zu kochen (incl ein bisschen Abweichung vom Rezept, weil keine Dose Bohnen im Haus, nur getrocknete, und ausserdem musste noch ein Rest Mais und Kürbis weg), dazu parallel noch einen Zopfteig angesetzt (ein bisschen mehr als sonst, weil ich einen Teil mit Speckwürfeln verknetet Little Q. als zukünftiges Stockbrot zur Nachtübung der Pfadfinder mitgebe.
Erkennen Sie das Farbkonzept Pulli/Kochlöffel/Suppe? Ich Designfuchs.


Dann geht es (das ist für mich der pure Luxus) in die Badewanne, total dekadent mit einem Glas Sekt Orange (was für mich lange den Muff von Doktorfeiern im Institutskaffeeraum mit Neonlicht und es ist noch morgens und danach ist der Tag gelaufen hatte, schmeckt eigentlich sehr lecker, besonders seit ich es in einem unserer USA-Trips in Pacifica Breeze zu "Mimosa" um-gebrandet habe.).


In einer letzten Runde ausser Haus für heute geht es für mich das innerlich mit Nudelsuppe, äusserlich mit Skiklamotten warmgehaltene grosse Kind zu den Pfadfindern bringen, im gleichen Rutsch das kleine Kind vom Geburtstag abholen. Heim, Suppe essen, Zopf in den Ofen, kleines Kind ins Bett, grosses Kind abholen (um 22:00h, eine schöne Vorschau auf Teenie-Party-Abholdienst), schlafen. Ausschlafen.

Freitag, November 17, 2017

TGIF

Gestern vor dem Tonklumpen-Kinderarztbesuch habe ich mein letztes Colourpop-Paket bei der Post abgeholt, weil ... ach, Glitzer, Glitzer, Glitzer geht immer. Ich habe also die Supernova Shades bestellt, ein paar Ultra Glossy Lips und .... die Palette "Golden State of Mind". Heute habe ich die grad zweimal ausprobiert, einmal direkt nach dem Aufstehen und einmal nach dem Duschen nach dem Rennen und hui,  warhscheinlich kompensiere ich meine total rosapinkglitzerfreie Kindheit, aber das IST SO SCHÖN! Vermutlich sehen meine Augen aus, als hätte ein Einhorn auf LSD in den Feenstaubtopf geniest, aber es ist so wunderschön! Obwohl ich ein Fan für immer der SuperShock-Formulierung bin, ist das schon auch wirklich toll.


So.


Ansonsten habe ich heute morgen eben Grosseinkauf gemacht (zwischendrin ist mir eingefallen, dass ich nächste Woche ja gar nicht da bin, aber die Jungs müssen ja auch essen und sie haben also alles zu Hause, um das ausgewogen hinzubekommen. Und es ist haltbar bis darüber hinaus :-)) Spontan habe ich 2 kg Miesmuscheln gekauft (ja, die Schweiz und Baden, bekannt für Seafood), weil das drei von vier Familienmitgliedern sehr gern essen und wir das schon lang nicht mehr hatten (ich hoffe, die Saison für lebendige Muscheln in Italien ist vorbei. Oder wir haben keine Zeit, da zum Essen hinzugehen.)


Dann habe ich Essenszeitschriften gewälzt und Ideen für Weihnachtsessen und Partybuffet gesammelt (es ist schön: als der November so mit all den irren Terminen und so auf mich zurollte, waren die Geburtstagsparty und Weihnachten eher Pflichtübungen und ich konnte nur den damit verbundenen Stress sehen, aber Absagen und Nichtfeiern ist natürlich auch keine Option. Lustigerweise sorgt der nun geklärte Terminplan (und das zögerliche Verhalten der Reisebezahler in Sachen Approval einer zweiten oder dritten Reise vor Weihnachten, so be it!) dafür, dass ich mich wieder richtig darauf freue, eine grossartige Party und ein wunderbares Weihnachten zu feiern.


Am Nachmittag hatten die Jungs und ich (also: eher ich. Die Jungs haben sich zu AufräumenYoutubeNetflixKatzekuscheln nach oben verzogen) sehr, sehr netten Twitterbesuch zu Kaffee und Freitagskuchen, das war wirklich sehr schön! Danke @katzentratschen fürs Rauskommen nach Suburbia!


Der Hübsche hat endlich auch Feierabend, wir machen gemeinsam Pizza und dann ist Wochenende und wir können zweimal ausschlafen. Das ist bei einer durchschnittlichen Schlafzeit von 5:30h/Nacht in den letzten Wochen eine tolle Aussicht!

Donnerstag, November 16, 2017

Rettende Routine

"Embracing Ambiguity", das muss man jetzt ja können in der Arbeitswelt, weil alles ändert sich und nix ist fix und so. Nun ja, das ist mal sicher keine Kernkompetenz von mir, ich bin ever "developing plan a-z, to cope with this f*****ing ambiguity" und so war ich ja schon sehr froh, dass der Termin für Italien jetzt endlich feststeht. Später als gedacht, geplant, gewünscht, aber ich habe endlich gebucht und kann aufhören, als Übersprungshandlung bei jedem Hüsterchen sofort den Flugplan Basel-Rom, Zürich-Rom, Dublin-Rom oder Shannon-Heathrow-Rom abzugleichen.
"See you Monday in Rome" ist auch eine schöne Art, eine Mail zu beenden, finde ich.
Ganz, ganz vielleicht habe ich nächste Woche dann noch ein minifuzziklaanes bisschen Zeit im Rom (bisher war das ja immer: "Ankunft im Hotel kurz vor Mitternacht, schnell noch was Essen, bevor die Küche um Mitternacht zu macht, schlafen, halb 7 aufstehen, heimfliegen") und meine Kollegin hat mir Ostia Antica empfohlen. Das wäre wirklich toll, wenn das klappen würde. Und alles andere natürlich auch.


Ich habe also um 7:50h den Reiseantrag abgeschickt, um 8:02h ("Phone hours: 8:00 - 18:00h") bei der Reisezentrale angerufen und mitgeteilt, dass das schon unglaublich dringend wäre, weil MONTAG!!!!! und, und das fand ich sehr schön, statt "Wir wissen, wie unser Job geht!" ein hörbares mildes Lächeln durchs Telefon und die Versicherung, dass ich bis mittags all meine Tickets und Reservierungen hätte. Auch ohne Anruf, weil die Aufträge nach Abreisedatum sortiert würden. Automatisch. War dann auch so. Phew.


Um 9:00h dann war das zweite Meeting des Tages, in dem ich sozusagen für meinen Kohlendioxidfootprint vorplante, es zeichnet sich nämlich ab, dass ich mit zwei Kollegen im Januar nach Indien fliegen werde. In einer "Nur noch schnell die Welt retten"-Mission mit jeder Menge Visibility, wie man so schön sagt, deswegen wird das noch spannend, wer wie begeistert das Reisebudget approved. Hui, und ich brauche einen Einladungsbrief und einen Entsendungsbrief und das gibt dann ein Business-Visum. Sehr, sehr spannend, das alles.


Unnötig spannend wurde es dann am Nachmittag, als ich einen Anruf aus dem Lehrerzimmer verpasste, dann war dort belegt, der Hübsche wusste von nix, Q. war schon daheim, meinte, er hätte L. auf dem Pausenhof mit einem Coolpack auf dem Auge gesehen, aber er wollte nicht sagen, was passiert wäre. Im Sekretariat wusste man von nichts, also war ich teilberuhigt, weil sooooo hochdramatisch konnte es ja dann wohl nicht sein.
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Trotz allem machte ich einen früheren Feierabend (ich habe sogar drangedacht, für Italien meine Sichrheitsschuhe und die geschliffene Schutzbrille einzupacken!) und kurz vor daheim rief mich L. an: er hatte sich mit seinem besten Freund um einen harten Tonklumpen gestritten und der Streit endete damit, dass der Freund L. den Klumpen ins Gesicht warf und ihn voll im Auge erwischte. Hmpf. Schon am Telefon war mir klar, dass auch wenn vllt gar nix wäre, ich das gerne abgeklärt hätte. Ich war also um viertel vor fünf nach Hause, hatte um 5 Minuten später einen Termin für halb sechs beim Kinderarzt bekommen, aus dem Wartezimmer rief ich bei der Krankenkasse an (wir haben so einen Telmed-Vertrag, bekam den Hinweis auf den bittedanke auszufüllenden Unfallbericht) und um 10 vor sechs war klar: riesiges Glück gehabt, keine Brösel mehr im Auge, keine Kratzer auf der Hornhaut, keine Verletzungen ausser einem beginnenden Veilchen und Sehtest ist auch super (mit dem Tonauge besser als ich mit Brille und beiden Augen).
Nach 12 Jahre Elternschaft kann ich also sagen, dass mich sowas nicht total kalt lässt, aber ich verfalle auch nicht mehr in Panik. Es hat perfekt gepasst, dass der Hübsche heute für sein Michelin-Stern-Essen eh mit Kollegen mitfährt und das Auto bereitstand und die Organisiertheit unserer Kinderarztpraxis ist eh zum Niederknien.
Little L. hat sich übrigens direkt nach dem Klumpenstreit mit seinem besten Freund wieder vertragen, die Welt ist also wieder in Ordnung.
Phew.

Mittwoch, November 15, 2017

Signora Capulet vom Team Vendetta

Es ist nichts neues, aber ich bin nicht gut im Vergeben und Vergessen.
Ich bin die, die messerscharf die Logikfehler und fehlerhaften Argumentationsketten und schwachen Argumente des Gegenübers aufdeckt, drin rumbohrt, mit übertriebenen, aber passenden Vergleichen nahezu ins Lächerliche zieht, "wir sind doch alle keine Engel" niemals akzeptieren würde und sich mit einem Handshake zum "Alles wieder gut" unglaublich schwer tut.
Es ist vielleicht nicht ganz fair, wenn das Gegenüber Fussball-C-Junioren sind, aber erstens war ihr Trainer und Vereinspräsident auch dabei und es gab weder eine Entschuldigung noch einen Handshake.