Montag, März 27, 2017

Weihnachtsnachlese

Wie gestern kurz erwähnt, mussten wir ja die Geburtstagsgäste am nächsten Morgen recht zügig rauskomplimentieren, weil schon die nächste Verabredung auf die Jungs wartete, nämlich: Weihnachtsgeschenk mit meiner kleinen Schwester einlösen.
Diese arbeitet als Tierärztin (unter anderem) im Basler Zoo und hat den Jungs einen Rundgang mit ihr und einem Kollegen geschenkt.
Nach dem grossartigen Erlebnis zu Q.s 8. Geburtstag (das scheint ein tolles Alter dafür zu sein :-) waren die beiden sehr aufgeregt, was sie da zu sehen bekommen würden.


Wir haben sie also mit Klamotten, die "dreckig und stinking warden dürfen" am Zoo-Eingang abgeliefert und stolz wie Bolle sind sie mit meiner Schwester, ihrem Freund und dem Kollegen an der laaaaaaaaangen "es ist Sonntag, Traumwetter und wegen Zeitumstellung sind die Kinder eh schon seit Stunden auf"-Kassenschlagnge vorbei durch den Verwaltungseingang verschwunden.


Nach drei Stunden bekamen wir sie (nicht dreckig, also: sie. Andere Beteiligte schon :-) mit leuchtenden Augen und roten Backen zurück.


Sie durften die Tierarztpraxisräume besichtigen (grossartiges Detail: die Bleischürzen im Leomuster)













mit Blasrohr und Betäubungsgewehr üben (NICHT auf lebende Ziele)










Klammeräffchen die Hand schütteln




und überhaupt: an ganz viele Orte, an die man sonst nicht kommt, mit ganz vielen Geschichten, die man sonst nicht hört.






Vielen, vielen Dank für dieses grossartige Erlebnis!


(Der Hübsche und ich hatten erst die Idee, in der Zeit das Partychaos daheim aufzuräumen, dann den Plan, eine Spritztour mit dem Auto zu machen, aber wegen Partynachwehen haben wir dann spontan ----ja, das kann ich sehr wohl. Also. Manchmal. Einmal bisher. Und die Idee wurde mir auch drei Tage vorher schon unterbreitet.--- einen Hamam in einem ehemaligen Bahnstellwerk besucht, wo wegen "es ist Sonntag, Traumwetter und wegen Zeitumstellung eigentlich noch saufrüh für die normale hippe Gentrifizierungsklientel" ausser uns kein Mensch war. Das war einfach wunderbar und wir haben danach doch noch einen Tacken besser gerochen als die Kinder nach dem Affenhaus.



















Sonntag, März 26, 2017

#Lennywood

Hinter uns liegt ein zwar anstrengendes, aber wundervolles Geburtstagswochenende. Wie es so Tradition ist, wurden noch im Pyjama die Geschenke ausgepackt:











Die grösste Überraschung, weil spontan am Tag zuvor im Laden gekauft, war ein Hatchimal (Affiliatelink), so eine Art Deluxe-Tamagotchi, das erst schlüpfen muss, sich dann weiterentwickelt und singen, tanzen und sprechen lernt. Oder so.





Der Geburtstagspulli passt (nur nicht zu den Pyjamahosen).




Tja, und dann haben wir Little L. zu den Pfadis geschickt und uns daran gemacht, die Party vorzubereiten. Ein reichhaltig gedecktes Buffet (kurz vor knapp ist mir eingefallen, dass ein Gastkind Diabetitker ist, aber das haben wir nach einer kleinen Einweisung und einem sehr vernünftigen Kind gut hinbekommen).




Es war nicht mal Limo, sondern Apfelschorle, aber ich finde das trotzdem sehr, sehr witzig.

Little L hatte sich Hotdogs zu essen gewünscht. Als Ausgleich zum Zuckerinferno danach gab es noch Gemüsesticks dazu, die übrigens schneller weg waren, als man Piep sagen konnte.



Der Hübsche hatte den Auftrag, die Buchstaben aufs und die Lampions unters Vordach zu kriegen (ich habe die 4 Lichterketten vorher zusammengebaut und holla die Waldfee, das ist ja eine Strafaufgabe deluxe!). Leider war es gestern so unglaublich windig, dass die Buchstaben und dementsprechend die Laune des Hübschen immer wieder kippten.



Mit Kerzen und rotem Teppich sieht das schon nach was aus, oder?


Die Gäste wurden dann stilecht mit einem Glas Champagner Apfelschorle in den guten Plastikflöten empfangen, danach ging es zum Shooting auf dem roten Teppich. (Die ganzen Pop-Art-Dekosachen haben wir wie immer von der Partyprincess, die kann ich von ganzen Herzen weiter empfehlen. Dort finde ich immer was passendes an Dekomaterial.)



Die Hotdogs waren dann im Nullkomma nix verdrückt, dann wurden Geschenke ausgepackt (wie immer analog Flaschendrehen).


Wir haben noch gesungen, Geburtstagskerzen ausgepustet, Kuchen gegessen und dann haben wir die Popcornmaschine angeworfen und das Süssigkeitenbuffet eröffnet.


Und ja, der komplizierte Gast vom letzten Jahr war auch wieder da. Diesmal war ich, dachte ich, vorbereitet, es gab nämlich keinen Schokokuchen, es gab verschiedenste Gummitiere UND Chips, es gab geschmacksneutrales Popcorn, es gab Früchte, Gemüse, Hotdogs, Zitronenkuchen, Pancakes, Waffeln aber leider, leider war das alles nicht essbar. Und nach den Erfahrungen vom letzten Jahr habe ich dann irgendwann gesagt: "Tja, bis morgen früh verhungerst Du schon nicht. Oder Du gehst halt heim." Pfffffffrt.

Mit Kissen auf dem Boden haben wir das Wohnzimmer in eine Art Kinosaahl umfunktioniert und ganz schnell war dann neben Popcorngeknusper und Chipsgeraschel nur noch Gejohle und lautes Kinderlachen zu hören. Die Filmwahl war wohl nicht die schlechteste :-).



Als nach dem Film dann so gegen neun alle recht zielstrebig Richtung Matratzenlager zogen, wähnte ich uns schon auf der Zielgeraden. Hahahahaha.

Okay, Zähneputzen, Kissenschlacht, Pyjama verloren, Schlafsack verwechselt, alles schön und gut.  Das zieht sich schon mal. Um 10 kamen dann Little L. und das Zuckerkind runter: er würde sich nicht wohlfühlen. Wir haben nochmal gemessen, von den Eltern die Crackernachdosierung ausrechnen lassen, und alle wieder ins Bett geschickt.

10 Minuten später kam eine Karawane von 4 Kindern runter: einer hätte Kopfschmerzen und die anderen würden sich Sorgen machen, ausserdem wäre es heiss und einer schlafe schon und würde sich nicht mehr bewegen. (Ach!).
Wir haben dem  Kopfschmerzkind also was zu trinken gegeben und alle wieder ins Bett geschickt.

10 Minuten später kam wieder einer 4er Karawane runter: das Zuckerkind und ein anderes Kind hätten so Heimweh, dass sie jetzt sofort abgeholt wollen würden, das Kopfschmerzkind hätte immer noch Kopfschmerzen, aber weniger als vorher, er würde auch gern heim, aber er würde es brutal krass voll aushalten. Little L. begleitete sie nach unten, noch ein Kind schlafe jetzt und würde sich auch nicht mehr bewegen. (Ach.)
Wir haben also die beiden Herzschmerzkinder nach Hause telefonieren lassen, die Zeit zur Abholung mit Fotoshooting vor der Fotowand überbrückt, Little L. und das Kopfwehkind wieder ins Bett geschickt, die zwei den Eltern übergeben und tadaaaaaaaa, kaum war es halb 12, war schon Ruhe im Karton.

Doch nur kurz, den am nächsten Morgen um 6:15h (Sommerzeit, meine Lieben!) ging die Kissenschlacht in die nächste Runde.

Gottseidank hatte ich den Teil für Pancakes und Waffeln schon am Vorabend vorbereitet, der Obstsalat war schnell geschnippelt und so gab es ein gemütliches Pyjama-Frühstück (für fast alle Gäste, s.o.)



Hui, wenn wir für heute nicht ein so tolles, volles Familienprogramm gehabt hätten (dazu morgen mehr), ware ich vermutlich um halb 10 wieder ins Bett gegangen. So: nicht.

Mein Fazit: Übernachtungsparties sind ... vielleicht doch erst für grössere Kinder oder für Kinder, die es gewohnt sich ausser Haus zu schlafen (und zu essen). Ich war da durch Little Q.s Pfadfinderfreunde echt sehr verwöhnt, wie mir scheint. Aber eben: gestern war ja Werbeübung für die Wöfli, vielleicht gehen jetzt ja mehr von L.s Freunden da hin und dann können wir das später nochmal probieren. Was echt toll war: Little Q. hat sich so wunderbar mit L. mitgefreut und als grosser Bruder, nicht als Konkurrent geholfen und mitgemacht, ganz ohne Gezicke, das war super.
Und die Lampions sind so schön, die haben wir jetzt dauerhaft am Balkon installiert.
So sieht das jetzt von draussen aus, wenn Frau Brüllen genau diesen Artikel hier am Esstisch schreibt.



Samstag, März 25, 2017

8

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Mein lieber Lennibenni,
heute ist Dein achter Geburtstag. Vor einer Woche kam Dein Mincousin zur Welt und ich musste mir beim Bilderanschauen eingestehen: so niedlich ich dich immer noch finde, Du bist kein Baby mehr. Kein bisschen. Das ist aber auch nicht schlimm, kein Mensch möchte ewig niedlich sein.
Du hast Dich im letzten Jahr zu einem richtig coolen Jungen entwickelt. Für Dich besonders wichtig war (und das sieht man auf dem Foto richtig gut :-)), dass Dir endlich die Milchzähne auszufallen begannen. Während die ersten Freunde schon im Kindergarten stolz ihre Zahnlücken zeigten, ging es bei Dir bis zum Ende der ersten Klasse.
Überhaupt: Schule. Das machst Du total selbständig und ... mit links. Ich kriege das alles gar nicht so mit und bin dann immer überrascht, was Du alles kannst, was Du Dir alles selber hergeleitet hast und wieviel Du weisst. Eine Zeitlang gab es immer mal wieder Extrawege zur Schule, weil Du die Hausaufgabenmappe oder irgendwas anderes vergessen hattest, aber auch das gehört mittlerweile der Vergangenheit an.
Du hast immer noch Deine allerbesten Freunde von ganz von Anfang an in der Kinderkrippe, aber auch unter den Kindern, die Du erst in der Schule kennengelernt hast, hast Du Freunde gefunden.
Du wirkst zwar sehr ruhig, aber wenn Dir etwas nicht passt oder Du Dich ungerecht behandelt fühlst, dann kannst Du richtig wild werden. Das überrascht dann manchmal Leute, die Dich dank Deiner grossen blaugrauen Augen und dem hübschen Grübchen in die Schnuckischublade einsortieren.
Du liebst das Geräteturnen und Deine Wölfligruppe. Ich geniesse den Weg durch den alten Dorfkern jeden Montag nach dem Turnen, diese Zeit gehört nur uns beiden.
Du bist ein ganz grosser Tierfreund (besonders Hunde haben es Dir angetan) und hast echt ein Händchen für Vierbeiner.
Ich bin so froh, dass am Ende der ersten Klasse der Leseknoten so geplatzt ist, dass Du mittlerweile im gleichen Tempo wie Little Q. Bücher verschlingst. Die Damen in der Dorfbibliothek kennen Dich nun schon sehr gut und wundern sich nicht mehr, wieviele Bücher Du jeden Samstag nach Hause schleppst.
Du bist auch nach wie vor ein Frühaufsteher. Obwohl Du jetzt auch jeden Abend bis 21:00h lesen darfst und das auch ausnutzt, bist Du doch immer vor dem Weckerläuten wach und leistest mir (lesenderweise) beim Frühstück Gesellschaft oder aber (am Wochenende) du kuschelst Dich mit dem Kindle aufs Sofa, während der Rest der Familie noch schläft. Was Du von mir geerbt hast, ist definitive die unterirdische Laune bei Unterzucker. Anders als ich gehst Du damit ziemlich zivilisiert um und sagst zB "Ich würd jetzt am liebsten lostoben, aber das liegt wohl nur daran, dass ich hangry bin, ich esse mal eine Banane."

Mein lieber kleiner grosser Lennibenni: bleib so, wie Du bist, das ist perfekt so!
Ich hab Dich lieb
Deine Mama 


Freitag, März 24, 2017

Geburtstagsvorbereitungsgeräusch

Morgen ist es ja so weit: Little L. wird 8. Und wenn man am Samstag Geburtstag hat, dann feiert man natürlich direkt am eigentlichen Geburtstag (ich dachte ja, er würde die Pfadi-Übung ausfallen lassen, aber er war letztes Mal so begeistert und anscheinend gibt es morgen eine Fortsetzung, also wird Little L. einen Teil seines Geburtstags im Wald verbringen :-)).
Dementsprechend haben der Hübsche, Q. (der sich fast so sehr auf den Geburtstag freut wie L.) und ich den ganzen Nachmittag ohne nervöses Geburtstagskind Zeit, alles für die grosse Lennywood-Party vorzubereiten.
Diese Party wird irgendwie eine mit recht wenig Vorbereitung, soweit ich das jetzt abschätzen kann.
Wir haben heute Blumen besorgt und pusten Ballons auf, weil Little L. seit er sprechen kann, darauf besteht, dass ein Geburtstag nur dann ein Geburtstag ist, wenn es gelbe Blumen auf dem Tisch gibt und "Ballöner".
Gleich gehe ich Geschenke einpacken (ich sags mal so: es könnte sein, dass ich aus der Furby-Sache nichts gelernt habe und wir noch was besseres in petto haben :-))
Morgen stellen wir das "LENNYWOOD-Sign" auf, bereiten den roten Teppich, die Fotowand, den Kinosaal, Buffet, Matratzenlager, Mitbringselboxen und Frühstück für den nächsten Morgen vor, und zack, fertig. Upsi. Vielleicht ist es doch noch ein bisschen zu tun. Ich bin dann mal Kuchen bepinseln.

Donnerstag, März 23, 2017

Donnerstag

Nach dem Obermittwoch folgte heute eine Art Überdonnerstag :-), sozusagen das krasse Gegenteil.
Nachdem sich der Tag gestern nach Waten in Honig anfühlte, war es heute eher Ditschen über eine Wasseroberfläche.
Ich sass den ganzen Tag konzentriert an zwei Dingen (es gibt weniger, was ich weniger gern mache als die Ziele für das neue Jahr in das Bewertungstool einzutragen. Und zwar nicht, weil ich keine Ziele habe oder nicht weiss, was ich im nächsten Jahr tun soll, es ist nur jedes Jahr ein unendlicher Krampf, in welchem Format und wie man das Ganze auf die übergeordneten Ziele beziehen soll oder nach Produkten sortieren oder die Key Accountabilities sollen mit rein, aber auf keinen Fall die Job Description kopieren, naja. So halt.) und obwohl den ganzen Tag von den verschiedensten Seiten dringende Zwischenfragen, Bonusaufgaben, Zusatzinfos auf mich einprasselten, hatte ich nicht das Gefühl, abzusaufen, sondern es war wie früher, wenn man in einem Jump'n'Run-Spiel in einer Art Flow runterfallenden Baumstämmen ausweicht, über Abgründe springt, mit einer Drehung noch einen Stern einsammelt (halt das, was ich bei SuperMario überhaupt nicht kann):


"Tipptipptipp, Wo finde ich Korrosionsdaten zu dem letzten Produkt, das Du in Deinem alten Job betreut hast? Suchsuchweiterleit, tipptipptipp Wo sind die Sicherheitsrisikoanalyse von einem anderen Produkt, das im Nachbarbetrieb produziert wurde? Linkweiterleit tipptipptipp SchluckKaffee, Fehler entdeckt, gemeldet, Rückfrage bekommen, beantwortet, tipptipptipp, Hast Du die Liste für Deine andere Produkte auch überprüft? Ja, alles super. ADE auch, oder nur MDD? ADE ist für unsere Zwecke irrelevant. Ah, sicher? Ja, Ok, danke. Tipptipptipp, Für was brauchen wir den den ADE-Wert¨üerhaupt? Erklärerklär, tipptipptipp, Wir haben die Ordner gefunden, nach denen Du gefragt hast, willst Du den Inhalt haben? Ja, bitte. unsicher, ob jetzt zwei Kisten mit staubigem Archivmaterial oder viele Dateien bei mir ankommen, fast ein wenig enttäuscht, dass es die Dateien sind, lesleslesles, das Gesuchte finden, Ansprechsperson ausfindig machen, nachfragen, tipptipptipp Sind die Dokumentenversionen im Data Room für Produkt A aktuell? überprüfen, nein, sind sie nicht, neue Version hochladen, Änderungen markeiren, tipptipptipp, Bist Du Dir sicher, dass wir den ADE-Wert nicht brauchen? Ja, immer noch. Und auch, dass die MDD-Werte falsch sind? Ja. Wo steht das? Hier, schau, das sind maximal 20 Tabletten am Tag. Hm. ok. Tipptipptipp, Brauchen wir nach dem Upgrade eine neue Materialnummer für das Produkt B? Nein, weil ..., tipptipptipp, tipptipp, Seid ihr Euch wirklich sicher, dass Ihr dieses Jahr kein neues Produkt C braucht? Ja, weil ... Und dass die Vorlaufzeit reicht? Ja, weil .... tipptipptipp"


So unrecht hat meine Mutter nicht, wenn sie meinen Job mit "Also eigentlich tippst Du den ganzen Tag nur am Computer rum, oder?" umreisst.


Und so ging das den ganzen Tag und ich bin total guter Dinge nach Hause gegangen.
Geht doch :-)

Mittwoch, März 22, 2017

Mittwoch

Ich mag Mittwoche nicht. Das hat nichts mit dem Tag an sich zu tun, auch nicht mit der Mitte der Woche, es ist einfach immer ein mühsamer Tag, weil Little Q. am Abend Unihockeytraining hat und deshalb erst um ca 20:30 nach Hause kommt. L. und ich essen immer schon früher zu Abend, weil HUNGER! Kaum ist L. also im Bett, kommt Q. nach Hause, es wird nochmal aufgetischt und kaum ist Q. dann nach Essen, Auspacken, Duschen, Packen für den nächsten Tag im Bett, kommt dann irgendwann der Hübsche vom Sport nach Hause und es wird wieder aufgetischt, gegessen, geräumt, trallala und bis ich den Verpflegungs- und Räumteil des Abends in meinem Kopf endgültig abschliessen kann, ist es irgendwie nach 23Uhr. (jajaja, jeder räumt sein Zeug allein weg, ich koche auch nicht dreimal, meist gibt es Flammkuchen in verschiedenen Frischegraden, aber es ist halt nicht wie sonst jeden Abend um 19:30h alles hakendranfertig.


Das sind also normale Mittwoche. Heute war ein Obermittwoch, erstens war der Tag bei der Arbeit schon unglaublich anstrengend. Nicht wegen irgendwas speziellem, an einem anderen Tag wäre ich mit Rückenwind über die politischen Wellen hinweggesurft, anstatt wie heute mühsam zu versuchen, den Boden nicht unter den Füssen zu verlieren. An einem anderen Tag hätte ich mich über eine skurrile Feuerwehraktion, die superdringend Recherche in Archiven und Erinnerungen erforderte, als Abwechslung zu Routineaufgabe gefreut, anstatt mich darüber zu ärgern, dass diese Aktion überhaupt nicht nötig ware, wenn vor 20 Jahre die Dinge richtig dokumentiert worden wären. Aber heute war ja ein Obermittwoch.


Ich dachte ja, dass meine Laune spätestens beim Heimkommen klettern würde, weil ich da mein sehnlich erwartetes Colourpop-Paket von der Post abholen würde, aber .... leider waren von 10 Lidschatten 6 total zerkrümelt und zerbrochen. (BTW: ich habe binnen einer Stunde eine dicke Entschuldigung und die Ankündigung einer Ersatzlieferung bekommen, also: alles super).


Obermittwoch heist ausserdem, dass der Freundesvater, der normalerweise die Kinder am Mittwoch vom Unihockey abholt, krank ist und dementsprechend kam zusätzlich zum allmittwöchlichen ewigen Abfüttern noch ein Abholweg hin und zurück dazu. Immerhin liess sich der gut mit dem um 19:00h stattfindenden Elternrathock des Pfadiabteilung verbinden, für den ich L. und mich eh extraschnell abfüttern musste. Immerhin fand L., dass er mit Telefon und Netflix supergut anderthalb Stunden allein daheim bleiben könnte.


In meine Obermittwochslaune hinein überreichte mir der Hübsche dann mit ganz bleichem Gesicht die Post und meinte nur: "Dein Brief ist da." Es handelte sich um den Befund der Muttermalschnippelei und ich muss gestehen, ich hatte das schon vollkommen verdrängt (also nicht die Schnippelei, man sieht die Stellen ja noch sehr deutlich, auch wenn ich nicht mehr umkippe, aber eben dass das noch nicht erledigt war.). Der Hübsche allerdings nicht und er hatte sich wirklich Sorgen gemacht, ob da nicht eine Hiobsbotschaft auf uns warten würde. Tat es aber nicht, ich habe noch kurz "Melanozytäre Compund-Naevi" gegoogelt und mache jetzt wirklich einen Haken dran. Und als ich dann sah, wie erleichtert der Hübsche war und wie sehr ihn das belastet hatte, kam ich mir schon total doof vor wegen meiner Obermittwochsstimmung.


Und lustigerweise hat mich dann die Sitzung des Pfadielternrats, auf die ich ehrlich gesagt (MITTWOCH!!!) überhaupt keine Lust gehabt hatte, von meiner Laune kuriert. Es war so eine Freude, mit den Leitern zu planen und vorauszudenken und zu sehen, wie sie sich reinhängen, um ein richtig grossartiges Projekt (dazu beizeiten mehr!) auf die Beine zu stellen. Und das an einem Mittwoch.

Dienstag, März 21, 2017

Geerdet

Nach einem langen, langen tag ist mein kopf leer bzw übervoll. Auf dem weg zum bahnhof überlege ich, ob es wirklich erst heute morgen war, dass ich einen echten frachtbrief für das superburschi-willkommenspaket ausgefüllt habe, bin froh, dass ich morgens wenigstens ein paar der dinge auf der to-do-liste erledigen konnte, während im hintergrund die anforderungsliste des internen audits, das zur zeit läuft, durchtickerte.
Ich beschliesse, in zukunft den spritzen, die medikamenten für kinder, die als saft verabreicht werden, öfter beiliegen, viel mehr aufmerksamkeit zu schenken und schmunzle innerlich darüber, dass letztens jemand in meiner elterntimeline vermutete, ein hersteller hätte die spritze gewechselt, um geld zu sparen. Solche wechsel macht niemand freiwillig und sie sparen nie, nie, nie geld. Heute hat das eine produktteam über eine stunde über solche spritzen diskutiert.
Danach eine stunde lang REACH und ICHQ3D, danach 2 stunden das nächste produkt, das neben allen technischen problemen auch noch politisch hoch aufgeladen ist.

Ich bin froh, dass ich den tag überstanden habe, bin milde genervt davon, dass der bleistiftrock zwar super gut passt, aber erstens sehr dreckanfällig ist und zweitens nicht zum gehen, geschweige denn zum laufen gemacht ist und immer weiter nach oben rutscht.

Meine füsse tun weh, ich habe zwar an die kaltmamsell gedacht und stiefeletten zum heimgehen eingepackt, aber es ging alles so lang, dass ich nicht mehr zum wechseln kam und jetzt auf den 8cm stilettos heimlaufe.

Egal, es war trotzdem ein guter tag. Ich freue mich auf die jungs, überlege, ob wir noch brot fürs abendessen daheim haben, wahrscheinlich nicht, Bäcker geht sich nicht mehr aus, aber ich glaube, wir haben noch Pitabrot zu Hause, das mögen gefüllt mit Gedöns alle.
Vor mir läuft eine frau, die ihre flauschigen weissen haare mit einee glitzrigen spange zusammengefasst hat. Mittendrin kringelt sich eine rosa strähne. Ich denke an daily pia und ihren hidden rainbow und überlege, ob loreal mit den colorista-haarfarben einen genialen coup gelandet hat, oder ob faschingsspray in rosa und blautönen und ein drogerieabklatsch der directions-tönungen doch keine goldgrube sind. Ich bemerke, dass die frau eine zur haarsträhne passende jacke mit flauschkragen trägt und bin gespannt, ob das makeup auch dazu passt, ich mag das ja sehr, wenn man sieht, dass ein outfit durchdacht ist.
Ich überhole also, und wende meinen blick im vorbeigehen zur seite und während ich noch die abstimmung von blush, lidschatten und lippenstift bewundere, da zieht die frau geräuschvoll einen lungaharing nach oben und spuckt mit schmackes auf den boden der bahnhofshalle. Immerhin auf die mir abgewandte seite, farblich aber gar nicht passend, das muss ich leider in der b-note abziehen.