Samstag, September 24, 2016

Veranstaltungstipp für morgen in Basel

Wir werden morgen einen Kulturnachmittag einlegen. Das Tinguely-Museum feiert 20. Geburtstag mit einem Nachmittag voller Mitmachkunst im Solitudepark. Wir lieben die ausgeklügelten, sinnlosen Konstruktionen, wir lieben das Anfassen, Nachverfolgen, Staunen vor den Kunstwerken. Der Theaterbrunnen in Basel gehört zu den schönsten Orten (besonders, wenn er im Winter malugefroren ist, was viel zu selten passiert), am Brunnen vor dem Tinguely-Museum laufe ich jeden Tag mehrfach vorbei und freue mich dran.
Und ja, ich gebe zu, DER Ausschlaggeber, den Nachmittag im Familienkalender zu blocken, war zunächst der Auftritt der Eepy Birds mit einem Mentos-Coke-Experiment :-).


Vielleicht haben Sie ja auch Lust?

Freitag, September 23, 2016

Innocence is bliss

FB: "Und, Q., wie war es heute so in der Schule?"
Q: "Ach, wie immer halt am Freitag. Wir hatten Klassenrat."
FB: "Und um was ging's diesmal?"
Q: "Ach, ein Thema war, dass der B. den P. immer beleidigt, wenn er zB nur mal einen Ball beim Fussball durchlässt, nennt ihn der gleich "Nutte"."
FB: "Okeeee, das ist ja nich tso toll. Weisst Du eigentlich, was "Nutte" bedeutet?"
Q: "Nja, so ungefähr. Ich glaube, es ist ein anderer Ausdruck für "Niete"."
FB (nicht grinsen, nicht grinsen): "Nja, nicht ganz. "Nutte" ist ein abfälliges Wort für eine Prostituierte, das ist eine Frau, die für Geld Sex hat."
Q (ernsthaft interessiert): "Ach. Echt? Das passt ja dann noch weniger als "Niete", weil der P. hat überhaupt keine Sex. Nicht mal für Geld."
FB (nicht grinsen, nicht grinsen): "Ah. Ja. Ok. Und was war dann der Beschluss des Klassenrats in der Angelegenheit?"
Q: "Ah. Es gibt jetzt eine neue Regel: wenn er ihn nochmal beleidigt, dann darf er so viele Tage nicht in die Pause gehen, wie das Schimpfwort Buchstaben hat. Deswegen ist "Arschloch" total schlimm, "Nutte" nicht so, aber das sagt eh keiner mehr, weil das das neueste Schimpfwort ist "Lauch", das ist aber wegen Anzahl Buchstaben genauso schlimm wie "Nutte"."

Rechtschreibung: super.

Donnerstag, September 22, 2016

"Das ist kein Name"

Diese Woche musste ich mit einem Kollegen des Hübschen telefonieren (es ist kompliziert, der Teil der Firma, in dem er arbeitet, war früher mal ein Teil der Firma, in der ich arbeite. Seit ca 12 Jahren ist das nicht mehr so, aber manche Dinge machen sie immer noch für uns, nur dass wir jetzt dafür bezahlen müssen, nehme ich an.), er suchte einen Auftag, den ich ihm geschickt hatte und dafür sollte ich meinen Namen buchstabieren. Ich habe also brav mit "Gustavsiegfriedtheodor" angefangen, aber wir waren noch nicht ganz durch, da gab er schon auf und meinte: "Ne, da habe ich was grundfalsch verstanden, das kann kein Name sein!" Ich wollte ihm schon empfehlen, in seinem Firmenadressbuch einfach mal die ersten drei Buchstaben einzugeben, dann würde der richtige Name schon kommen, aber das hätte ihn vermutlich total verwirrt.

Heute dann gab es die Zertifikate für den Kurs, den ich die letzten zwei Tage besucht habe, natürlich auch mit Namen und allem Tralalla. Wir waren eine sehr internationale Truppe, es gab spanische, portugiesische und koreanische Namen. Und meinen. Und was sagte die Trainerin? "Und dann habe ich hier noch das Zertifikat für Frau .... äh, sorry, da ist was falsch gelaufen, ich lasse Ihnen das nochmal ausdrucken. Das ist kein Name, da ist jemand auf der Tastatur ausgerutscht."

Raten Sie mal? Genau. War vollkommen richtig geschrieben.


Nun denn.

Mittwoch, September 21, 2016

Steter Tropfen

Wenn Sie als Eltern vielleicht manchmal verzweifeln ob der Resistenz von Kindern gegenüber mantraartig wiederholten Verhaltensgrundlegen wie "Im Sitzen Pinkeln, danach Händewaschen, ja, immer mit Seife", "Dreckschuhe vor der Tür ausziehen", "Nicht reden mit mehr als 100g Essen im Mund", lassen Sie sich gesagt sein: es besteht Hoffnung.
Ähnlich mantraartig wird in der Ausbildung von Chemikern wiederholt: "Immer Schutzbrille, ja, auch die Brillenträger, nein, keine Sandalen im Labor, immer Handschuhe, nie mit den Fingern ins Produkt langen, Laborkittel gehören ins Labor und nicht ins Büro oder die Mensa/Kantine, vor dem Klogehen und danach Händewaschen, beim Betreten und Verlassen vom Labor Händewaschen, im Labor wird nicht gegessen, getrunken oder geraucht, im Betrieb ist das Handy ausgeschaltet, nein, nein Flugmodus reicht nicht."

Irgendwann ist es dann soweit, dass die drei Chemiker bei einem Training in pharmazeutischer Technologie mit lauter Pharmazeuten mit auf dem Rücken verschränkten Händen, Schutzbrille auf der Nase an der Wand stehen, während die Pharmazeuten begeistert frisch granulierte Plazebos aus Maisstärke, Zellulose und Lactose zwischen den Fingern zerkrümeln und im ganzen Raum verteilen und sich lustige Smilies damit ins Gesicht malen. Der Verbrauch an Einmalkitteln, Handschuhen und Seife geht auch zu 95% auf Kosten der Chemiker, von denen kein einziger gefragt hat, ob man wirklich ernsthaft die Schutzbrillen aufsetzen muss. Man muss auch extra Zeit einplanen, weil die Chemiker die ganze Zeit vor jeder Kaffeepause Händewaschen wollen :-)

Das Schöne (oder auch Gruslige) ist: unsere Pharmazeutenkollegen konnten uns heute mitleidig als Panikbolzen belächeln, aber wenn sie uns irgendwann mal zu einem API-Training besuchen kommen, müssen wir aufpassen wie Schiesshunde, dass sie nicht einfach an den Anlagen lecken oder mal probieren, wie das Chlorwasserstoffgas wirklich riecht oder wie Methylenchlorid schmeckt....

Sie entschuldigen, ich muss noch schnell duschen, bevor ich essen mache, ich habe das Gefühl, überall vor Staub zu sein...

Dienstag, September 20, 2016

Weltuntergangsstimmung

Little L. denkt. Zur Zeit besonders abends vor dem Einschlafen und meistens an nicht so schöne Dinge. Und so so sehr ich meinen Feierabend mag und froh drum bin, dass stundenlange Einschlafbegleitung längstens Geschichte sind, so sehr bricht es mir das Herz, wenn er beim Kuscheln anfängt zu seufzen, zu weinen und irgendwann dann damit rausrückt „Ich muss grad drüber nachdenken, wie es wohl ist, wenn man tot ist. Und dass ich das nicht will. Auch nicht dass Du stirbst. Oder der Papi. Oder der Q. oder die Dax.“ Ich persönlich muss sagen, dass ich das schon mal besser finde, als die Diskussionen, die wir auch schon hatten „Ich wäre gerne tot. Es ist bestimmt total cool, ein Engel zu sein und auf Euch aufzupassen.“. Das fand ich wirklich schlimm.
Andererseits: viel kann ich ihm zu der Angst vor dem eigenen oder dem Tod überhaupt nicht sagen. Ich will das auch nicht, ich hoffe, es passiert sehr, sehr lange nicht. Ich weiss aber auch, dass es definitiv passieren wird. Und das ist nicht die richtige Antwort für ein müdes, weinendes Kind. Es hilft übrigens meistens dann, dass wir kurz gemeinsam überlegen, dass wir alle gesund sind und dass wir gut aufeinander aufpassen und dass das Einschlafen sicher im Elternbett, wo der grosse Bruder mit der Leselampe noch ewig liest, viel besser geht.

Gestern aber kam Little L. nach dem Kuscheln nach oben, wo ich gerade am Rechnungen bezahlen war und hatte diesmal nicht Angst vor dem Sterben, sondern vor dem Weltuntergang. Seine Angst konnte er auch relativ genau erklären (es gibt da ein "Was ist Was"-Buch zum Thema (Affilate-Link), das die Jungs auswendig können, Little L. hat das Sonnensystem grad als Realienthema in der Schule und hat einen Vortrag zum Thema: "Wie lange gibt es die Erde noch?" vorbereitet, ich habe so eine Ahnung, woher das alles kommt). Wir haben uns dann ausgiebig über Zeit ("Wie lange sind mehrere Milliarden Jahre?") und Zukunftsvisionen unterhalten. Die Aussicht, dass unsere Ururururururururururur(...)enkel wie Captan Kirk mit der Enterprise aufbrechen, um neue Galaxien zu entdecken, wohin sie dann auswandern können (und dazu, das war Little L. wichtig, bitte auch alle Tiere auf der Erde mitnehmen sollen), und weit ab von der verglühenden Sonne im Deltaquadranten eine neue Heimat finden werden, das fanden wir beide gut. (Und nein, ich habe nicht erwähnt, dass es eine Meisterleistung der Menschheit wäre, sich weit vor bis in 8 Milliarden Jahren nicht entweder selber auszurotten oder unseren Planeten so zu Schanden zu richten, dass ein Verglühen in ferner Zukunft unser aller geringstes Problem sein würde). Die Aussicht auf eine neue Heimat und viel Wissenschaft und Forschergeist bis dahin hat Little L. sogar so beruhigt, dass er in seinem eigenen Bett weiter einschlafen konnte.

Montag, September 19, 2016

Die kleine Schwester von Eve [Werbung]

Sie erinnern sich noch, dass wir seit einiger Zeit wunderbar auf einer eve-Matratze schlafen?
Vor ein paar Monaten hat die eve-Familie Zuwachs bekommen: es gibt jetzt auch ein Kissen und wir durften eins kostenlos auf Herz und Nieren testen.

Nach anfänglichen Lieferschwierigkeiten (die Schweiz ist nicht in der EU, das scheint für Kissen und Matratzen und viele andere Pakete ein grosses Problem zu sein :-), so dass die für Deutschland und Österreich garantierte Lieferfrist von 1-3 Tagen für die Schweiz, ach .... lassen wir das.) kam eine schicke gelbe Kiste bei uns an. Nachdem ein Kissen nicht ganz so voluminös wie eine Doppelmatratze ist, war der Wow-Effekt beim Auspacken ein bisschen geringer, aber, nachdem ich ja bei der Matratze so lang Mühe mit dem Geruch hatte, tadaaaaa, muss das hier ja mal lobend erwähnt werden: das Kissen roch schon beim Auspacken neutral.

Das Material des Kissen ist ganz ähnlich zu der Matratze: es passt sich unter dem Gewicht des Kopfes (oder dem Teil des Körpers, der halt auf dem Kissen liegt) der Form an. Wenn der Druck wieder weg ist, geht es in seine ursprüngliche Form zurück. Ich sag's mal diplomatisch: das muss man mögen. Der Hübsche findet es grossartig und hat das Kissen direkt annektiert. Ich persönlich finde dieses Technologie bei der Matratze super, bei Kissen bin ich anscheinend sehr altmodisch und mag mein Daunenkissen, dass ich mir unter dem Kopf zusammenstopfe am allerliebsten. Mit dem Kopf auf dem eve-Kissen musste ich immer an die Alien-Filme mit Sigourney Weaver denken. Facehugger, you know? Egal, das ist mit allergrösster Wahrscheinlichkeit einzig und allein meiner leichten Klaustrophobie und ausufernden Fantasie geschuldet, der Hübsche, die Katze und die Kinder lieben das Kissen.



Was ich ein bisschen unpraktisch finde, ist das Format. Mit 42 x 66 cm passt es weder in die altmodisch quadratischen Kissenbezüge, noch in die aktuellen halb so grossen, noch in die Ikea-Kissenbezüge. Angeblich gibt es Kissenbezüge in 50 x 70cm, aber ehrlich gesagt habe ich keine Lust, wegen einem Kissen unsere gesamte Bettwäsche, die ich mit sehr viel Liebe zusammengestellt habe, neu zu kaufen. Der Hübsche ist Gottseidank nicht so zwanghaft wie ich (oder hat einfach keine Lust, nach neuen Bettbezügen mit verschiedenen Kissengrössen zu suchen, ausserdem ist die Bettwäsche so hoch oben im Schrank gelagert, dass ich nicht hinkomme und wir haben jetzt schon zu viel und er flucht immer beim Stopfen, da hat beim besten Willen nichts neues mehr Platz drin und ich geb von den aktuellen nix her) und hat dementsprechend kein Problem damit, den überstehenden Bezug einfach drunterzukrumpeln.




Das Praktische ist: wie schon bei der Matratze kann man ausgiebig probeliegen, bevor man sich endgültig entscheidet. Wenn man nach 30 Tagen das Gefühl hat, mit dem Facehugger Kissen nicht zu Rande zu kommen und keinen Mann/Frau/Kind/Hund/Katze/Kanarienvogel hat, der einem das Kissen eh schon weggeschnappt hat, kann man es kostenlos zurückschicken.

Sonntag, September 18, 2016

Ein wildes Maunzi

Wir haben das Strohfamilienwochenende bis auf die Nächte mit Bravour überstanden. (Little L. wollte sehr gerne im grossen Bett schlafen, war sehr kuschelig und ab 5 Uhr morgens einfach WACH, dazu hat die Katze den Hübschen sehr vermisst und ist ohne Rücksicht auf Verluste auf der Suche immer wieder quer durchs Bett gelatscht. Auch über mein Gesicht. Mehrfach.).
Heute morgen dann hat es total geregnet und ich wurde durch (neben L.s Gekruschel) von herzzerreissendem Katzengejammer von draussen geweckt. Bei uns gibt es ja total viele Katzen in der Siedlung, unsere war es sicher nicht (s.o.), also habe ich das erstmal ignoriert. Als ich dann aber den Müll rausbringen wollte, zack, sauste eine kleine grauweisse Katze mit Flaschenbürstenschwanz ins Haus. Sie war die ganze Zeit vor unserer Tür gesessen und hatte sich bitterlich beklagt, dass sie nicht rein durfte. (Ich gehe davon aus, dass sie relativ neu hier ist und sich in unserer Einheitsreihenhaussiedlung in der Tür vertan hat). Sie war zwar sehr niedlich, aber halt auch nicht unsere, wir haben schon eine, die bittedanke kein anderes Tier im Haus möchte, irgendjemand gehört sich sicher und weil ich nicht meine Mutter bin, die alles Getier ungefragt der Herkunft annektiert adoptiert, sondern in der Hinsicht schon ein bisschen herzlos, habe ich die kleine Flaschenbürste wieder in den Regen raus gesetzt.
Während des Frühstücks sass sie also vor unserer Tür und hat bitterlich gejammert (und die Schnur von unserem Müllsack durchgebissen). Die Kinder seufzten, bemitleideten die Katze, überlegten, ob die Tierärztin vielleicht auch am Sonntag nachschauen könnte, ob das Tierchen gechippt wäre, ob wir an der Tankstelle normales Futter kaufen  könnten, und wenn sie niemandem gehören würde und unsere Katze sich dann sicher doch mit ihr anfreunden würde, wie wir sie dann wohl nennen würden, vermutlich "Kirk" oder "Totenkopf".
Also habe ich nach dem Frühstück die Kinder durch die Siedlung geschickt, nachfragen, wer vielleicht eine vermisst. Die Katze dachte, in der Zwischenzeit könnte sie es sich ja bei uns im Wohnzimmer gemütlich machen. War dann aber nicht so, also isst sie mit den Jungs mitgelaufen.
Weil keiner der Nachbarn eine Katze mit Flaschenbürstenschwanz vermisste, gab es auf dem Rückweg eine ausgiebige Diskussion, ob eben "Kirk" oder "Totenkopf" besser wäre oder ob es ein Doppelname sein solle.
Ich gebe zu, mittlerweile schmolz mein Widerstand langsam dahin und so liess ich mich darauf festnageln, dass wir erstmal eine Runde Pokemöner jagen gehen würden und wenn die Katze danach noch da wäre, dann würden wir Futter kaufen, sie bei uns übernachten lassen und morgen beim Tierarzt vorbeibringen.
Auf dem Weg in den Wald hat uns die Katze dann noch ein bisschen begleitet, aber irgendwann wurde sie von nassen Sträuchern abgelenkt. Mittlerweile sind wir zurück, es regnet immer noch, aber die Katze ist nicht mehr da. Phew. Mal sehen, ob sie morgen früh wieder vor der Tür steht.
(Wenn dann, wäre ich mit dem Schwanz für "Oachkatzl" als Name.)